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SCG besucht das "Café Kuchen" in Berlin

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SCG besucht das "Café Kuchen" in Berlin

"Café Kuchen" in Berlin Friedenau-
„Ach das ist doch das Café, wo es kostenlos gibt.“

Die Wolken werden immer dunkler, die ersten Regentropfen fallen. Noch 500 Meter sind es bis zum Café. Kein Wetter um lang draußen zu bleiben. "Sie haben Ihr Ziel erreicht." Und da haben wir es schon erreicht- unser Ziel.

Am 27. Juli besuchte Suspended Coffees Germany, in diesem Fall Saskia und Benjamin, das Café Kuchen in Berlin- Friedenau.



Im Café werden wir herzlich begrüßt und empfangen und auf einen Kaffee und eine Bionade eingeladen und sofort fühlen wir uns wohl.

Wir haben Zeit, um das Café näher kennzulernen, sowie Frank, den Besitzer. Wir sehen dabei zu, wie Gäste kommen, bestellen, essen, bezahlen und wieder gehen. Wir schauen uns um, machen Fotos und Videos. Wir unterhalten uns mit Frank, über Suspended Coffees und mehr. Und wir essen leckeren Kuchen- dieser Kuchen gehört zur Top 10, was man in Berlin gesehen/gegessen haben muss!

Wir haben für euch ein Video von diesem Tag gedreht:






"Obdachlose, die kommen tatsächlich bisher selten. Wenn mal einer kam, um die MOTZ zu verkaufen oderso, dann hab ich ihm quasi den Kaffee noch 'aufgedrängt'. Der kam auch dann nicht mehr wieder, trotzdem. Gerade da gibt es Berührungsängste."

Das Café liegt an einer Straße, was allerdings nicht stört und dem gemütlichen Flair keinen Abbruch tut.
Es ist durch öffentliche Verkehrsmittel gut zu erreichen und trotzdem ist es wie Frank sagte, dass Gefühl in einem kleinen Ort zu sein, in dem alle sich kennen.



Wir haben die Minuten nach der Mittagszeit und vor der Kaffee&Kuchen-Zeit genutzt, um mit Frank ein kleines Interview zu führen.


Saskia/SCG:
Wann habt ihr mit der Aktion angefangen?
Frank/ Café Kuchen: Das weißt du sicher besser als wir. 2013?
Das kann sein, ja. [Im Anschluss haben wir es genauer herausgefunden: Oktober 2013]


Wie seid ihr darauf aufmerksam geworden?
Durch eine Bekannte, die gegenüber wohnt. Sie kannte das durch irgendetwas christliches, kann das sein? Sie hat uns jedenfalls auf den Link zur Seite hingewiesen.

Wie macht ihr die Aufgeschobenen sichtbar?


Euer Aufkleber ist da und wir hatten es eine ganze Weile relativ groß hingeschrieben. Da waren wir auch eine Weile echt bekannt: "Ach, das ist doch das Café, wo es kostenlos gibt." Das hat sich richtig herumgesprochen.

Wie gut wird die Aktion angenommen?
Es könnte sehr viel besser sein. Das Ganze ist, ich weiß nicht, ob das bei anderen auch so ist, zyklisch. Es gibt immer wieder Phasen, in denen in einer Woche plötzlich jeder zweite etwas spendiert und dann gibt es wieder sechs Wochen, in denen nichts passiert. In der Summe hält es sich jedoch. Kurz bevor alles abgeholt ist, füllt es sich auch wieder automatisch auf. Es ist kein Massenumschlag, es ist wirklich so, dass es vielleicht zweimal die Woche genutzt wird.

Gibt es Probleme in der Umsetzung?
Ja, das anfangs weniger abgeholt wird. Aber das ist so eine Sache, die sich nach der Zeit einfach löst. Das ist weil die 'Mundpropaganda' so langsam funktioniert. Aber wenn es dann einmal klappt, dann kommen die, die vorher kamen, auch immer wieder.

Oft gibt es vorher die Bedenken, dass es ausgenutzt wird, dass sich etwas kostenlos abgeholt werden kann. Habt ihr damit bisher Erfahrungen gemacht?

Ausgenutzt hat es noch nie jemand.

Wer holt sich bei euch etwas kostenlos ab?
Was es gibt, dass eine alleinerziehende Mutter, die am Ende des Monats zu uns kommt, sich den Kaffee nicht mehr leisten kann. Und sie nimmt dann zumindest einen Kaffee kostenlos und manchmal noch ein Stück Kuchen, was sie dann zahlt oder so.
Dann gab es eine Phase, in der ein Musikerpaar, was hier nebenan wohnt, kam. Es gab eine Streikphase an irgendwelchen Musikschulen, also in Berlin wurde das Geld ziemlich gekürzt und dagegen haben sie gestreikt. Da gab es dann eben ein oder zwei Monate kein Geld und auch bei Auftritten verdienen sie kein Geld.Im Gegenteil, sie leben von ihrem Unterricht und wenn der dann auch noch wegfällt...
Die waren dann eben öfter hier essen, um sich über diese Zeit zu helfen.
Obdachlose, die kommen bisher tatsächlich selten.


Habt ihr noch eine schöne Geschichte rund um das Thema "Aufgeschobener Kaffee", die ihr mit uns teilen könnt?

Es gab da mal Jugendliche, die drei Häuser weiter auf einem Platz sitzen. Die kamen zu uns und draußen tuscheln sie, da hat man gesehen, das war eine Art Mutprobe. Einer kommt dann rein und versucht ganz souverän seinen Kakao, ausgerechnet Kakao, kostenlos zu bekommen. Ganz witzig eigentlich. Und er hat den dann rausgebracht, wie eine Trophäe. "Oh, er hat seinen Kakao." Und das haben sie dann tatsächlich so zwei- oder dreimal gemacht. Über ein Jahr hinweg, ab und zu mal, nicht so häufig. Dann, als er beim vierten Mal kam, meinte ich schon: "Kakao?" Er hat dann auch den Kakao genommen, aber auch bezahlt. Und dazu hat er noch drei oder vier Kaffee oder Kakao extra bezahlt.

Danke an Dich, Frank, für das Interview und die Gastfreundschaft uns gegenüber.

Wir haben neben diesem Interview und den Fotos, die ihr in diesem Artikel bereits gesehen habt, auch die Möglichkeit genutzt, euch ein paar Eindrücke über Videos einzufangen.
Dieses Video findet ihr HIER .



Wir legen euch einen Besuch im Café Kuchen (Wiesbadener Straße 6, 12161 Berlin) nahe. In diesem Café kommt jeder auf seine Kosten, sei es als Vegetarier/Veganer oder wenn man auf Gluten ö.ä. verzichten muss, findet man in diesem Café Köstlichkeiten. Und alle anderen Leute kommen natürlich auch auf Ihre Kosten.

Nach ca. drei Stunden, die für uns sehr interessant und gleichzeitig entspannend waren, sagten wir "Auf Wiedersehen". Denn das haben wir uns fest vorgenommen, wir kommen wieder.




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