Du bist nicht angemeldet.

SCG besucht das "Café Pavillon" in Berlin

Bitte logge dich erst ein

Benutzername:

Kennwort:

Angemeldet Bleiben

Register

Du bist nicht angemeldet.


SCG besucht das "Café Pavillon" in Berlin

"Café Pavillon"- Im Herzen von Berlin- Friedrichshain

Ein warmer Sommertag, endlich scheint die Sonne. Es sind so viele Leute an der Warschauer Straße unterwegs, wo auch wir aussteigen um zu unserem heutigen Ziel zu laufen.

Noch schnell die Navigation an und uns fällt es wie Schuppen von den Augen: hier waren wir doch gestern erst. Aber ohne das kleine Haus am Rand des Boxhagener Platz zu sehen. Dort gehen wir heute hin.

Am 29. Juli besuchte Suspended Coffees Germany (Saskia und Benjamin) das Café Pavillon in Berlin- Friedrichshain.



Endlich angekommen, wurden wir im Café ganz lieb begrüßt und uns wurden sofort Getränke angeboten. Wir konnten uns also von dem kurzen Fußmarsch mit einem Kaffee und der hauseigenen, selbstgemachten Himbeer- Limonade auffrischen und umsehen.

Friederike und Juliana setzen sich gemeinsam mit uns nach draußen und wir quatschten fast eine Stunde lang über Suspended Coffees, den Boxhagener Platz, Berlin und viel mehr.

Mitten in unserem Gespräch sehen wir einen Mann kommen, der sich einen Aufgeschobenen abholt. Premiere für uns, denn wir konnten das noch nie so sehen.



Wir haben dabei einen Teil für euch als Interview aufgenommen und abgetippt.




Saskia/ SCG: Vielleicht könnt ihr zu Beginn kurz etwas zum Café an sich sagen. Auch zur Verbindung, die ihr mit KARUNA habt.
Café Pavillon: Okay, also das Café gibt es seit 2002.Es ist damals schon mit dem Hintergrund gebaut wurden, die Möglichkeit der Ableistung der Sozialstunden für die Jugendlichen zu bieten. KARUNA ist ja Träger der Jugendhilfe, für Jugendliche im Alter von 14 bis 27. Und bei uns haben sie die Möglichkeit ihre Sozialstunden abzuleisten oder auch ein Praktikum abzuleisten, wenn sie nicht mehr zur Schule gehen oder in irgendwelchen Einrichtungen sind, beispielsweise wenn sie bei einer Entgiftung waren, innerhalb der Therapie oder auch danach, um erstmal wieder eine Tagesstruktur zu bekommen. Also das sie wieder aufstehen, rausgehen und mit Menschen sprechen.

Danke für den kurzen Überblick. Seit wann nehmt ihr an SCG teil? Wisst ihr das noch?
Weißt du noch, wann ich das erste Mal geschrieben habe, Saskia? Vielleicht vor einem Jahr oder auch schon länger. Moment das war, also Niko bei uns war, dann sind es aber schon zwei Jahre. Wir einigen uns auf 1 ½ oder 2 Jahre.

Wie seid ihr damals darauf aufmerksam geworden?
Ein Gast hat es uns erzählt. Also nicht direkt von SCG, sondern auf die Möglichkeit des Aufgeschobenen. „Macht ihr das auch?“ Und ich: „Wie? Watte?“ Und Niko kannte das auch schon und dann hab ich mich ein bisschen kundig gemacht und euch auch gefunden. Aber dann haben wir das erstmal nur für uns gemach, ohne uns bei euch anzumelden. Mit dem Hintergrund, dass wir nur einen schwarz- weiß Drucker haben. ;)


Das ist kein Problem. Wir können auch in schwarz- weiß, wir brauchen keine Farbe.
Ja, deswegen haben wir das erstmal so gemacht. Aber ich glaube schon, dass es besser wäre, wenn es irgendwie noch internationaler wäre. Wir haben schon einige Kunden, Touristen, die dann auch auf Englisch fragen und von der Aktion wissen wollen.

Ja, das stimmt. Das haben schon mehrere angemerkt: „Mach doch deine Beiträge aus Englisch!“ Aber wir sind ja hauptsächlich eine deutsche Aktion, das ist noch mehr Arbeit das doppelt zu übersetzen. Aber so an sich, für große Städte ist das schon sinnvoll. Das muss ich mir merken, zum Glück höre ich es dann nochmal. Zurück zu meinen Fragen: Und wie zeigt ihr das an, das etwas da ist. Habt ihr eine Tafel?
Da oben auf dem Tresen, sieht du das kleine Gläschen mit dem Aufsteller? Das ist es. Also da steht „Aufgeschobener“, aber damit können die Gäste schon gar nichts damit anfangen. Die Gäste fragen dann oft: „Wie? Trinken die dann den alten Kaffee. Der ist doch kalt in der Zeit.“ Die wollen eben den Aufgeschobenen für 1€ richtig kaufen. Wir haben auch noch einen kleinen Text drunter, wo es erklärt ist.
Wir haben meistens weniger da, als gebraucht werden. Vielleicht liegt es daran, dass es bei uns schon etwas unscheinbar ist, obwohl es steht ja auf Augenhöhe. Wir haben für uns die Option gewählt: bei uns kostet der normale Kaffee 1,50€, aber wir haben gesagt ein Euro sitzt einfach lockerer für den Aufgeschobenen.
Das hat auch so ein bisschen- wie „Na, haste mal nen Euro?“ – den Hintergrund. Man kommt ja mit den Gästen sehr in’s Gespräch dadurch. Viele kennen ja auch unseren Hintergrund mit KARUNA und kommen dann extra zu uns. Und am Wochenende ist hier viel los, da kommen auch viele Touristen. Die schauen sich dann nicht unbedingt alle Schilder an. Die wundern sich nur, warum der Kaffee nicht so perfekt ist, weil es eben ein Jugendlicher gemacht hat, der heute seinen ersten Tag hatte. Und die Gäste fragen dann auch immer: „Und wird dieser Aufgeschobene angenommen. Kommt da wer?“ Und dann sagen wir jedes Mal: „Ja!“ Wir kennen die Leute ja auch. Dadurch das mehr abgeholt wird, haben wir für uns beschlossen, dass jeder der kommt, wirklich am Tag nur einen bekommt.




Total interessant, bei anderen ist es oft genau anders. Da heißt es eher wir haben viel aufgeschoben und wenig was abgeholt wird.
Wir sind hier natürlich auch ein sozialer Brennpunkt- ne das ist natürlich nicht mehr so verbrannt wie vor 10 Jahren. Es ist ein bisschen ruhiger geworden. Es wird also bei euch viel abgeholt?
Am Tag würde ich sagen fünf kommen auf jeden Fall. Manche fast täglich, manche aller zwei Tage. Am Wochenende kommt immer einer. Aber sind schon immer die gleichen, also Stammgäste.

Habt ihr irgendwelche Probleme mit der Aktion?
Nein so direkt nicht. Es ist eher so die Frage, wer darf sich was abholen. Das eine Mal war jemand da, der meinte er bekommt Hartz-4. Das fällt ja auch darunter. Darf er sich den auch abholen? Ja, klar wenn du
gerade kein Geld hast, dann ja. Aber es war eher so, also würde er darum herum schleichen und sich auch nicht ganz sicher sein. Wir verlangen jetzt auch keinen Nachweis oder so.


Habt ihr noch etwas, was euch wichtig ist. Was wir erwähnen sollten.
Bezieht ihr auch die Gegend ein, wo das Café ist? Das spielt ja rein. Die Schwelle hier ist eben niedriger, hier ist es offen, am Park. Da ist es anders als in ein Gebäude rein zu gehen.
So allgemein bin ich auch immer wieder erstaunt, dass es welche gibt, die diese Aktion noch nicht kennen. Dann merkt man auch, dass noch nicht so viele mitmachen.



Vielen Dank an euch beide für die Zeit, die ihr euch genommen habt.

Das Café Pavillon ist wirklich etwas ganz besonders. Mitten im Kiez, an einer Straße gelegen und auf der anderen Seite der Park. Dort sieht man viele Leute: Paare, Jugendliche, Familien, Obdachlose, Touristen, echte Berlin und noch viel mehr. Der Platz strahlt seinen eigenen Charme aus und man fühlt sich nicht mehr als Tourist im großen Berlin,sondern angekommen.



Der Kaffee und die Limonade waren der Hit, wir können euch nur empfehlen vorbeizuschauen. Auch etwas tolles: Im Café wird nur alkoholfreies serviert. Warum? Das könnt ihr euch sicher denken, wenn das Café auch Jugendlichen dient, um ihre Sozialstunden abzuleisten.

Wer im Café ist, der kann sogar Saskia auf einem Bild an der Wand entdecken- aber auch nur, wenn man weiß, dass sie da ist. Im Café hängen Bilder der Straßen- und Flüchtlingskinderkonferenz vom letzten Jahr, wo auch Saskia als Gast war.



Nach ein paar Stunden ankommen in Berlin, mussten wir wieder aufbrechen. Wir sind uns aber sicher, auch hierher kommen wir wieder.

Das Video findet ihr HIER.

Artikelsystem, entwickelt von GneX®, Tim Wittenberg

# Social Media Tabs